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Zahltag für Belz und Strähl
Der Silvesterlauf in Zürich bildete zum fünften Mal die Schlussetappe des Post-Cups. Christian Belz und Berglauf-Europameisterin Martina Strähl gingen als Overall-Sieger der bedeutendsten Schweizer Laufserie hervor.
Philipp Bandi blieb der dritte Post-Cup-Titel in Serie verwehrt. Der souveräne Leader fiel durch sein Forfait (Oberschenkelverhärtung) auf den dritten Rang zurück. Trainingspartner Belz durfte die 7000 Franken erben. Der Berner erreichte die beste Schweizer Klassierung im Männerfeld und kam nach 2005 zum zweiten Overallsieg im Post-Cup. Bei den Frauen gewann Berglauf-Europameisterin Martina Strähl erstmals den Titel. Die beste Tagesleistung erbrachte Sabine Fischer, die in der fünften Austragung des Post-Cups zum fünften Mal den zweiten Platz belegt.
Christian Belz verhielt sich in der Limmatstadt souverän. Er verschärfte bei Rennhälfte das Tempo, damit der Kampf um den Post-Cup-Titel nicht im Schlussspurt entschieden wurde. Der positive Jahresabschluss bildet für den 35-jährigen Berner eine Genugtuung. Er hatte im Frühjahr mit Verletzungen einen erneuten Rückschlag erlitten und kann noch doch die Europameisterschaften im kommenden Jahr in Barcelona anpeilen, wo er über 10 000 m starten will.
Belz kommt von ganz weit unten zurück. Er war lange ganz vom Laufgeschehen weg. Nachdem der Post-Cup-Gesamtsieger von 2005 und EM-Vierte von 2006 über 10 000 Meter 2007 wegen der Operation eines Logensyndroms (Platzmangel in der Wade) verpasste, bremsten ihn Kniebeschwerden aus. Er liess sich die Patellasehne instand setzen und einen Knochensplitter entfernen. Und dann nahm er sich Zeit für die Regeneration, während 15 Monaten bestritt er kein einziges Rennen. Diesen Frühling kehrte er beim Kerzerslauf zurück. Und wurde durch muskuläre Dysbalancen erneut gebremst. Erst im August (Schweizr Meistertitel über 5000 m) liess er wieder aufhorchen. Und am Greifenseelauf Ende September gewann er Gold an der Schweizer Meisterschaft im Halbmarathon.
Philipp Bandi ist der Pechvogel der Stunde. Vor einer Woche hatte sich bei ihm eine Verhärtung im Oberschenkel bemerkbar gemacht. Im Hinblick auf die EM in Barcelona wollte er nichts riskieren und vergab somit auch einige 1000 Franken, die einen willkommenen Zustupf für das Trainingslager in Kenia gebracht hätten. Bandi reist Anfang Januar zusammen mit Belz, Rolf Rüfenacht und zwei Deutschen in die Nähe von Eldoret. Bandi hat inzwischen auch die Analyse abgeschlossen. Weshalb erreichte er diesen Sommer nicht mehr das Niveau aus dem Vorjahr, als er überraschend die strenge Olympialimite für Peking geschafft hatte? "Wahrscheinlich habe ich nach dem Basistraining zu schnell auf Wettkampf-Niveau trainiert und mich geschlissen", sagte Bandi.
Martina Strähl hat sich noch nicht gross Gedanken gemacht, was sie mit den 7000 Franken anstellen will: "Sicher werde ich das Geld nicht dumm ausgeben". Im Laufsport könne man nicht reich werden, ein Verlustgeschäft jedoch sei es auch wieder nicht, wenn man die Freude hinzurechne. "Auch dank der Sponsoren komme ich schon über die Runden", erklärte die angehende Psychologin. Sie geniesst noch Gastrecht im Elternhaus in Oekingen und betreibt einen Trainingsaufwand von täglich rund drei Stunden.
Strähl bezeichnet sich als Läuferin mit einem Flair für den Berg. Ihr Augenmerk gilt im kommenden Sommer den Berglauf-Weltmeisterschaften in Slowenien, die als reiner Uphill-Lauf ausgetragen werden. Die 10 000-m-Limite auf der Bahn würde sich die Solothurnerin zwar zutrauen, doch das gesundheitliche Risiko auf der aggressiven Bahn ist ihr zu gross. Seit zwei Ermüdungsbrüchen absolviert sie rund vier Fünftel ihres Pensums mit Alternativtraining, vorwiegend auf dem Rad. "Das Laufen gefällt mir einfach besser", meint sie auf eine mögliche Karriere als Velofahrerin angesprochen. Ihre fragiler Bewegungsapparat war denn auch der Hauptgrund für den Berglauglauf. Diese Sportart ist, sofern es nur aufwärts geht, sehr gelenkschonend.
Post-Cup Schlussklassement (7/7). Männer: 1. Belz 56 Punkte. 2. Rüfenacht 50. 3. Phlipp Bandi 48. 4. Schaffner 46. 5. Morgenthaler 45. -- Frauen: 1. Strähl 79. 2. Fischer 58. 3. Schmid 57. 4. Morceli 46.
Interview mit den beiden Siegern
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